27. April 2017

Ab wann dürfen Kinder Honig essen?

Ab einem Jahr dürfen Kinder unbedenklich Honig essen.

Der Darm eines einjährigen Kindes ist dann soweit entwickelt, dass dieser gefährliche Keimsporen abtötet.

Wenn ein Kind vorher Honig isst, besteht die Gefahr an Säuglingsbotulismus zu erkranken. Dieses bedeutet, dass das Bakterium Clostridium botulinum welcher im Honig enthalten sein kann in den Säuglingskörper gelangt. Aber längst nicht jeder Honig ist mit den kleinen Organismen belastet.

Man kann generell sagen, dass in vielen Ländern ca. 1-10% aller Honige durch Sporen von C. botulinum kontaminiert sind. Die Vorstellung ist, dass Bienen über den Staub die ubiquitär vorhandenen Clostridiensporen in den Bienenstock eintragen und damit Honig und Bienenwachs kontaminieren (Nevas et al, 2006). Im Darm des Säuglings können diese Sporen keimen und sich zu aktiven Bakterien entwickeln und vermehren. Dieses kann zu einer schweren Lebensmittelvergiftung führen.

Symptome von Säuglingsbotulismus

  • Verstopfung 4 – 5 Tage keine Stuhlentleerung
  • Augenmuskellähmung
  • fehlende Mimik
  • Saug- und Schluckstörung
  • Heiserkeit
  • allgemeine Muskelschwäche macht sich bemerkbar durch Bewegungsarmut, fehlende Kopfkontrolle
  • Atemnot durch Lähmung der Atemmuskulatur bis hin zur völligen Lähmung

Hoch erhitzte Fertigprodukte die Honig enthalten dürfen Babys unbedenklich zu sich nehmen. Längeres Erhitzen der Nahrung bei Temperaturen von 100 Grad Celsius können das Bakterium schnell unschädlich machen.

Für ältere Kinder und Erwachsene sind die geringen Keimzahlen im Honig kein Problem. Das Magen-Darm-System ist entwickelt und lässt kein Wachstum schädlicher Keime zu.

Eine Mitarbeiterin des Robert Koch-Institut teilte mir in einer E-Mail vom 10.05.2017 mit, dass Säuglingsbotulismus in Deutschland laut deren Meldedaten sehr selten ist: 2009, 2010, 2011, 2013 und 2014 gab es je einen Fall und 2016 gab es zwei Fälle in Deutschland. Das Robert Koch-Institut bestätigt, dass die Quelle der Infektion nicht nachgewiesen werden konnte. Dieses bedeutet, dass diese Fälle von Säuglingsbotulismus nicht zwingend vom Bakterium im Honig zurückzuführen ist.

Die Prävalenz von C. botulinum in Honigproben wurde in verschiedenen Ländern erfasst:
Prävalenz C. botulinum
Deutschland 8,1%
Dänemark 26%
Norwegen 10%
Schweden 2%
Italien 6,5%
USA 10%
Brasilien 7,5%
Japan 8,5%

Referenzen:
Robert Koch-Institut, Arnon, S.S., T.F. Midura, K. Damus, B. Thompson, R.M. Wood, and J. Chin, Honey and other environmental risk factors for infant botulism. J Pediatr, 1979. 94: 331-6.
Aureli, P., G. Franciosa, and L. Fenicia, Infant botulism and honey in Europe: a commentary. Pediatr Infect Dis J, 2002. 21: 866-8.
Nakano, H., T. Okabe, H. Hashimoto, and G. Sakaguchi, Incidence of Clostridium botulinum in honey of various origins. Jpn J Med Sci Biol, 1990. 43: 183-95.
Nevas, M., M. Lindstrom, K. Hautamaki, S. Puoskari, and H. Korkeala, Prevalence and diversity of Clostridium botulinum types A, B, E and F in honey produced in the Nordic countries. Int J Food Microbiol, 2005. 105: 145-51.
Nevas, M., M. Lindstrom, A. Horman, R. Keto-Timonen, and H. Korkeala, Contamination routes of Clostridium botulinum in the honey production environment. Environ Microbiol, 2006. 8: 1085-94.

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